Seit 2026

Kleine Schritte, guter Morgen.

Tägliche Impulse, Gedanken und Geschichten für einen besseren Start in den Tag. Kurz, ehrlich, ohne Bullshit.

🌅 Guten Morgen Posts

Ehrliche Notizen aus meinem Alltag – über Routinen, kleine Experimente und das, was tatsächlich einen Unterschied macht. Zweimal die Woche neu.

9. September 2026

Kopfgold

Siebter Blogpost: Wie du das Kleingeld aus Folge 5 in echtes Kapital verwandelst – über Weiterbildung ohne Erwartungsdruck, meine gescheiterte Pharma-Karriere und warum du das tun solltest, worin du schon gut bist. 🧠💰

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Heute geht es um Kopfgold, also das Gold, das du in deinem Kopf hast. Beim letzten Mal habe ich euch kleine Insights gegeben, wie man mit Schrankgold einen schmalen Taler macht. Heute können wir mal darüber sprechen, was wir mit diesem Taler machen können, um so richtig Kohle zu machen.

Also man kann das Geld und die Erfahrungen, die man beim Verkaufen auf Willhaben so macht, bei einem Abendessen auf den Kopf hauen, wo man dann nochmal die skurrilen Stories Revue passieren lässt. Das ist eine Methode, die ist auch unterhaltsam und nahrhaft, kann aber die Nebenerscheinung haben, dass man einiges an Kilos zunimmt, weil ihr ja dank meiner Ratschläge so viel Erfolg habt, dass ihr im Geld förmlich schwimmt. „Sarkasmus Ende"​.

Ihr könntet auch einen Kurs an einer Volkshochschule besuchen, zu einem Thema, das euch schon immer interessiert hat – in meinem Fall war das Schauspiel und Drehbuchschreiben. Das macht euch vielleicht nicht reich im klassischen Sinn, doch bereichert bin ich nachher schon, und mal ganz ehrlich: Den Schauspielkurs kann man in jedem Beruf gut gebrauchen, wenn es mal wieder um eine schwierige Situation geht oder um eine Gehaltserhöhung. Also im ersten Moment vielleicht nicht der direkte Weg, reich zu werden, allerdings der richtige Weg, um bereichert zu sein – also mit seinem Schöpfer in Verbindung zu treten, also dem Teil in mir, der gerne erschaffen will.

Du könntest das Geld auch nehmen und bei einem Kursanbieter ganz straight dein Fachwissen für deinen derzeitigen Beruf, den du ausübst, erweitern. Wichtig ist zu erwähnen: Ein Führungskräfteworkshop, den ihr gerne machen möchtet, könnt ihr gerne tun, um euch weiterzuentwickeln. Es sollte euch nur klar sein, dass ihr das ohne Ansprüche tun solltet – also: „Ich mache den Kurs, und dann muss mein Chef mich befördern" – das ist ein Anspruch oder eher eine Erwartung, die euch nicht hilft, sondern euch eher enttäuscht. Ich rede hier aus Erfahrung…

Nun gut, zurück zum Fachwissen: Bei dem Kurs gibt es viele Möglichkeiten. Ihr lernt neue Menschen kennen, ihr bekommt neues Wissen, vielleicht gibt es neue Perspektiven auf Themenstellungen, und ihr könnt euch so in eurem Job weiterentwickeln und dadurch mehr Geld verdienen.

Wo ich das so schreibe, denke ich gerade über meine Irrungen und Wirrungen nach, die ich so gemacht habe. Eine war, dass ich mir vorgestellt habe, ein super Pharmavertreter zu werden. Und um das zu werden und mich zu bewerben, habe ich damals die 3.000 Euro zusammengekratzt, meinen Job gekündigt und die Ausbildung angefangen. Weil ich bin eh ein super Verkäufer mit einem geilen Humor, Ärzte lieben mich eh. Als ich die Ausbildung dann abgeschlossen hatte, stand ich da ohne Job und mit der Erkenntnis, dass die Pharma nicht auf den lustigen Fettsack gewartet hat, der ich früher war. Lustig ist in Anführungszeichen, weil nicht jeder meinen Humor und meine direkte Art geteilt, geschweige denn geliebt, hat. Aber wie ihr seht, ich schweife ab, und zurück dazu, wie ihr nun reich werdet.

Hier auch wichtig zu erwähnen: Ein Kursinstitut verkauft Kurse und erzählt euch alles – und ich meine alles –, damit ihr den Kurs kauft. Deswegen mein Rat: Wenn du einen Kurs machst, mache ihn, weil dich das Thema interessiert, nicht weil du dir nachher einen Job erwartest, in dem du hunderttausend Euro kriegst und einen Dienstwagen von BMW…

Dann kam noch die nächste Wirrung: Ich kann nur mit dem Geld verdienen, was ich liebe… Naja, ich liebe meine Frau und die Kinder. Und naja, ich habe „nur" drei Kinder, das sind sechs zu wenig, um in Österreich wie ein Kaiser von der Sozialhilfe zu leben.

Und nachdem dieser Rat immer wieder auftaucht und, wie ich finde, vollkommen falsche Erwartungen schürt, hier mein Zugang dazu:

Richtig ist, dass du dort erfolgreich bist, wo du es geschafft hast, dein Defizit in einen Gewinn zu verwandeln. Du hattest ein Problem, und du hast es geschafft, das Problem mit harter Arbeit zu bewältigen – also, du hast die berüchtigten Blut, Schweiß und Tränen investiert, und ehe du dich versehen hast, warst du der Experte auf dem Gebiet.

Bei mir war bzw. ist das meine Rechtschreibung, die war so schlecht, dass ich in der Schule gezwungen war, die besseren Geschichten zu schreiben, damit ich grad in Deutsch noch so durchgekommen bin. Das ist etwas, das erst durch harte Arbeit gekommen ist. Ich wollte nie etwas mit Schreiben zu tun haben, doch ich habe mich durch harte Arbeit darin weiterentwickelt, und nun schreibe ich freiwillig in meiner Freizeit, weil ich das Gefühl habe, dass meine Geschichten Menschen unterhalten können.

Was war es bei dir, wo du dir schwer getan hast und wo du dich dann zu einem echten Profi weiterentwickelt hast? Schreib mir in den Kommentaren, oder schreib mir eine Mail an simon@simonsblog.at.

Also tu nicht, was du liebst, sondern mach das, worin du dich so gut entwickelt hast, dass du ein einzigartiges Wissen aufgebaut hast.

Dann das Nächste, was ich euch noch mitgeben will, ist: Macht nichts für das Ziel. Klingt irgendwie komisch, doch was ich meine, ist: Tue etwas, um es zu tun, nicht um ein Ziel zu erreichen. Das ist der bessere Zugang, da wir den Outcome eh nicht beeinflussen können. Also, ich schreibe nicht, um reich zu sein, sondern weil ich regelmäßig etwas schreiben und veröffentlichen will, damit ich eine Schreibroutine entwickle. Ob die Geschichten euch gefallen und ihr diese weiterempfehlt, kann ich ja nur bedingt beeinflussen, deswegen ist es wichtig, etwas zu tun, um es zu tun. Der Rest kommt ganz von alleine, oder auch nicht, aber das merkt ihr erst im Tun…

Falls euch diese kleine Geschichte gefallen hat, würde ich mich sehr über ein Like freuen. Folgt auch meinem Spotify-Kanal. Falls ihr euch weiterentwickeln möchtet, kann ich euch gerne in einem persönlichen Gespräch dabei helfen, euch zu entwickeln und zu schauen, was in euch liegt, das ihr gerne zu Gold verwandeln möchtet.

Bis dahin, tüdülü, euer Simon.

6. September 2026

Die wandelnde Müllkippe

Sechster Blogpost: Warum ich zu Hause jeden Krümel wegräume, im Auto aber längst kapituliert habe, was ein Trinkkakao mit explosivem Potenzial ist, und wieso Dreck manchmal auch sein Gutes hat. 🚗🗑️

Und ich sitz schon wieder barfuß am Laptop, schönen Guten, „wann auch immer ihr das lest oder hört". Ich bin Simon, das ist mein Blog. Wir reden heute über das Chaos und die Ordnung und welchen Sinn es haben kann, ein richtig dreckiges Auto zu haben.

Also für alle, die ihren Sonntagvormittag damit verbringen, ihr Auto innen und außen zu ledern und liebevoll die dritte Schicht Wachspolitur aufzutragen: Das hat schon was, und ich bewundere euch sehr, weil ich auch gerne so ein schönes Auto hätte, in dem man vom Boden essen kann, aber gleichzeitig bin ich mir auch im Klaren darüber, dass ich nicht bereit bin, auch nur eine Sekunde meiner Energie in das Reinigen meines Autos zu investieren.

Wie ist das bei euch? Reinigt ihr euer Auto? Wenn ja, wie oft? Schreibt es mir in die Kommentare.

Warum ist das so? Jede Minute, die ich investiere, um Sachen sauber und ordentlich zu halten, damit ich es schön habe, ist eine Minute zu viel. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich hier in so einer Art kommunistischen Hippie-Kommune lebe: Jeder macht, was er will, keiner macht, was er soll, aber alle machen mit. Einmal ein Eis verwehren, und schon ist man ein scheiß Papa, auch wenn sie schon zwei hatte.

Aber gut, ich schweife ab, ihr kennt das ja schon…

Wo war ich, ach ja, die Sache mit der Ordnung, dem Chaos und dem Hass meiner Familie auf leere und freie Oberflächen. Die müssen sofort, ja sogar umgehend, mit irgendeinem Krempel vollgestellt werden. Damit sich das Auge nicht an dieser symmetrischen Leere stören kann.

Doch wo ich mir in der Wohnung Mühe gebe, also noch Mühe gebe, habe ich beim Auto bereits aufgegeben. Dort liegen kleine Brezeln in allen Ritzen und Gummibärchen, die mal feucht durch Speichel leicht aufgequollen sind und nun eine Symbiose mit dem Staub und den anderen Sachen eingegangen sind, die halt so rumliegen. Neulich habe ich einen Hamburger vom Schachtelwirt gefunden – also nicht den ganzen, sondern nur ein Stück, als hätte man ihn abgebissen und dann einfach ausgespuckt. Er sah noch ganz frisch aus, so als hätte man ihn gerade verschmäht, doch er war schon ganz trocken und hart, trotz seines makellosen Erscheinungsbildes. Und natürlich halb leere Getränke: Wenn ich Glück habe, ist es Wasser, das erst ein paar Tage alt ist und wofür ich dann noch Pfand bekomme. Wenn ich Pech habe, dann ist es ein Trinkkakao, der seine besten Zeiten schon hinter sich hat und sich aus seiner Hülle herausentwickeln möchte, um die Welt da draußen zu entdecken – was er mir dadurch zeigt, dass die Packung zum Bersten aufgebläht ist. Ach so, hier eine kleine Warnung: Öffnet niemals, und ich meine niemals, diese Packung, auch wenn ihr diesem armen Wesen noch so gerne die Freiheit schenken möchtet.

Wenn Studio Ghibli einen Film über unser Auto machen würde, dann würde der Film „Die wandelnde Müllkippe" heißen. Der würde im Laufe des Films immer größer, und neue und wunderbare Fabelwesen würden darin ein neues Zuhause finden.

Was habt ihr schon alles in den Ritzen eures Autos gefunden? Schreibt es in die Kommentare.

Lösungsansätze meinerseits sind auch schon gescheitert. Also einfach ein Verbot auszusprechen, im Auto zu essen – weil, wer kennt es nicht: vier hungrige Frauen, dreißig Grad im Schatten und ein Stau in Richtung Italien. So entstehen Erinnerungen aus der Hölle, ihr kennt das sicher, oder? Was war euer Erlebnis dieser Art?

Ach, ich schweife ab. Aber es ist auch durchwegs positiv, in so einer Dreckschleuder durch die Gegend zu fahren. Ich muss mich am Sonntagvormittag nicht mit anderen Männern um den besten Platz am Staubsauger prügeln. Ich werde vom Tankstellenbesitzer nicht angezeigt wegen einer Besitzstörung, weil ich da schon drei Stunden an meinem Wagen rumwienere, und nun kommt das beste Argument:

Als ich letzte Woche zu meinem Auto ging, merkte ich schon von Weitem, dass alle Fächer offen waren – nachdem wir einen deutschen Familien-Van haben, gibt es sehr viele Fächer, die man öffnen kann. Als ich näher komme und die Tür öffne, merke ich, dass es nicht abgeschlossen war. Ich scheine wohl aufgrund des Schlafmangels vergessen zu haben, die Karre abzuschließen. Grüße gehen raus an den dreijährigen Terroristen, der gerne in meiner Umlaufbahn schläft – wie ich das meine: Die Dreijährige kommt des Nächtens in unser Bett. Das Problem ist, dass ich aufgrund meiner schieren Maße eine Art schwarzes Loch in meiner Matratze kreiere, was dazu führt, dass sie direkt in meinem Rücken liegt und da auch nicht mehr rauskommt. Jeder Versuch, sie wieder zu ihrer Mutter zu schieben, da wo sie hingehört, führt zu nichts, weil sie 10 Sekunden später wieder in meiner Kuhle liegt. Aber zurück zum Auto.

Also alles offen, sogar die Ablage, hinter der die Sicherungen schlummern. Aber nichts geklaut. Die haben sogar die Münzen liegen lassen, offenbar war ihnen die Karre so zu reidig, dass sie gedacht haben, es sei besser, nicht zu viel anzugreifen. Also, nochmal Glück im Unglück gehabt, ich bin vor allem darüber glücklich, dass sie den Wagen, oder besser gesagt Saustall, nicht anschließend verwendet haben, um darin ihre Notdurft zu verrichten. Ist mir vor 20 Jahren schon mal passiert, aber das würde wohl heute den Rahmen sprengen.

Versteht mich nicht falsch, ich kann schon verstehen, warum Männer sonntagvormittags damit verbringen, auf einem Tankstellenparkplatz ihr Auto zu reinigen, und sich liebevoll darum bemühen, es auf Hochglanz zu bringen. Es gibt einem erst mal Ruhe, eine Art meditativen Zustand, der nur ihnen gehört, während sie die Politur auftragen und dann polieren. Gleichzeitig entsteht ein Gefühl der Macht, das man bekommt, wenn man selbst entscheiden kann, dass nach der dritten Schicht Politur noch nicht Schluss ist, weil das Auto auch noch eine vierte Schicht vertragen kann. Im Anschluss wird Serotonin ausgeschüttet, weil man etwas geschafft hat und das Ergebnis strahlend und wohlduftend vor einem steht.

Denn glaubt mir, dieses Serotonin kommt nicht, wenn man versucht, den Kakao, der schon mehrfach seine Aggregatzustände gewechselt hat, zu befreien…

Folgt meinem Podcast, der wird nun regelmäßig erscheinen, außer nächste Woche, weil wir da auf Urlaub sind – Urlaub in Anführungszeichen, weil wer weiß, was das Universum da für mich parat hält. So viel sei gesagt: Was auch immer dort passiert, wird mit denjenigen geteilt, die meinem Podcast folgen. Hinterlasst ein Like oder einen Kommentar, oder abonniert auf meiner Homepage den Newsletter.

Bis dahin, Ciao Kakao.

30. August 2026

Willhaben-Gold

Fünfter Blogpost: Wie ich Schrank-Gold in echtes Geld verwandle, 40 Sachen auf Willhaben verkaufe, meine Frau mich beim Verkaufen mal wieder schlägt, und ein Lehrer mit Designerstück-Attitüde mir erklärt, dass ich mir „gefälligst" was beim Möbelix aussuchen soll. 💰

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Heute zeige ich euch Gold!!!

Und keine Sorge, ihr müsst keinen Kurs buchen für viel Geld oder meinen Kanal abonnieren, auch wenn ich mich sehr über eine Anmeldung für meinen Newsletter freuen würde.

Wie gesagt, es geht um Gold, Schrank-Gold, also Sachen, die bei mir und dir im Schrank rumhängen und die man zwar in einem Anfall von Irrsinn gekauft hat und dann einfach in den Schrank gehängt hat und nie wieder anhatte, weil keine Lust oder kein Ereignis, und weil das Lieblings-T-Shirt eh am bequemsten ist und am besten zu allem passt, sowohl zur Lieblingshose als auch zum Fancy Dinner. Da hängt es im Schrank und bindet unsere Liquidität, würde ein Betriebswirt so schön sagen.

Welche Sachen liegen bei dir im Schrank und binden dein Kapital? Das gilt nicht nur für Kleidungsstücke, sondern auch für Bücher, Werkzeug, Dinge, die man während Corona angefangen hat und jetzt schon ein Meister darin ist und es nicht mehr angreift. Kannst du dich noch erinnern, als du unendlich viel Zeit hattest, weil wir alle nicht arbeiten gehen durften?

Das waren Zeiten… Sorry, ich schweife wieder ab. Zurück zum Gold. Anfang des Jahres hat mich der Rappel gepackt, ich habe mich in unserer Wohnung nicht mehr wohlgefühlt, es war eng, es war alles so Ikea-mäßig zusammengestückelt, und es fehlte mir mein persönlicher Touch – vielleicht kennst du das Gefühl?

Ich wollte neue Möbel und eine Putzfrau engagieren, damit unsere Wohnung wieder fit ist und auch durch die Putzfrau fit bleibt. Doch wer schon mal ein Refit der Wohnung angeschoben hat, weiß, dass so was ein bisschen Knete kostet, und woher nehmen und nicht stehlen. Das nächste Thema war, wie oft ich zum Mistplatz fahren muss, um die alten Schrott-Möbel wieder loszuwerden – es ist ja nicht mehr gern gesehen, einfach dem Wald die Möbel zurückzubringen, auch wenn „Cradle to Cradle" der neueste Shit ist.

Also habe ich die Billys, die Hemnes, den Pax und die Ektorp fotografiert und bei Gemini hochgeladen, mit der Aufforderung, eine Willhaben-Anzeige zu gestalten, mit Preisvorstellung und allem Pipapo. Der Grund, warum ich das gemacht habe, war, dass es früher so war: Wenn meine Frau und ich jeweils dasselbe Teil zum selben Preis online gestellt haben, dann hat meine Frau es immer zuerst verkauft. Nachdem sie offensichtlich besser in der Beschreibung der Sachen war, habe ich mich entschieden, diesmal das Schreiben auszulagern. Insgesamt gingen 40 Sachen online, also eine ganze Menge. Die Anfragen kamen, und es ging bei einigen Sachen wirklich sehr schnell – also alles, was mit Klemmbausteinen zu tun hat, ging super schnell weg, auch die Ikea-Möbel waren ruckzuck aus der Wohnung, und das zu ganz ordentlichen Preisen. Gut, das Sofa musste meine Frau online stellen, weil es weder Gemini noch ich verkauft bekommen haben, aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, sie hat nur das halbe Sofa verkauft, und zwar das Eckteil – das andere hat die Käuferin dann nur aus Gnade mitgenommen. Also geht der Punkt nicht ganz an sie, obwohl doch, weil das Ergebnis war, dass es weg war, und das zu einem sehr guten Zeitpunkt, weil zwei Tage später die neue Freistil-Couch geliefert wurde.

Mit dem Verkauf der Sachen ist einiges an Geld reingekommen und kommt noch immer rein. Meine Erfahrungen kurz zusammengefasst: Die Sachen müssen raus, jeder Euro, den das Ding bringt, ist einer mehr, als wenn du es weggeschmissen hättest. Also, auch wenn dir jemand einen niedrigeren Preis anbietet, wimmel diese Person nicht gleich ab, sondern bleib respektvoll, und vielleicht kommt dann was dabei rum. Das Zweite: Wenn es zu schnell weggeht, dann war es wahrscheinlich zu billig. Ivar von Ikea geht gerade richtig gut, und im Juli und August ist es eher schwierig, Winterkleidung für Herren in XXL zu verkaufen. Aber hey, der Herbst kommt bestimmt, und dann geht die Post wieder ab.

Was auch ganz interessant ist, ist die Anzahl an Lehrern, die auf Willhaben so unterwegs sind. Also, einmal wollte ich einen USM Haller Beistelltisch auf Willhaben kaufen, der Herr wollte 890 Euro dafür haben. Ich habe ihm sehr nett geschrieben, dass ich mich sehr freuen würde, dem Möbel ein neues Zuhause zu geben, und dass ich auch schon den perfekten Platz dafür hätte, und dass ich 150 Euro dafür zahlen würde und ich auch warten könnte, falls er den kleinen Tisch nicht so schnell verkauft bekommt, wie er sich das vorstellt – das, was man halt so schreibt, wenn man nicht „was, letzter Preis???" schreiben will.

Mehr habe ich nicht gebraucht. Auf einmal war der Tisch, der mit Gebrauchsspuren in der Anzeige beschrieben wurde, neuwertig, es handle sich dabei um ein Designerstück, das Geschichte geschrieben hat – welche genau, darauf ist er dann nicht eingegangen. Bei der drögen Ausdrucksweise kann man „Koks und Nutten" sicherlich ausschließen, wohl eher „Kamillentee und Hausübungen korrigieren".

Als ich ihm dann zurückgeschrieben habe, dass der Preis nur ein Vorschlag war und keine Beleidigung, und man sich ja mit dem Preis für einen gebrauchten Tisch irgendwo treffen kann, meinte er, wenn ich mir solche Designerstücke nicht leisten könnte, dann soll ich mir gefälligst beim Möbelix etwas aussuchen (das ist in Österreich ein Möbeldiscounter).

Als ich ihm dann alles Gute wünschte und mein Angebot trotz der Konversation stehen würde, falls er den Tisch nicht rechtzeitig verkauft bekommt, schickte er mir einen Link von einem Beistelltisch von Möbelix, mit dem Kommentar, das sei gut genug für mich…

Das habe ich dann persönlich genommen und den Herrn mit den Accounts meiner ganzen Familie mit „Angeboten" beschenkt. Eins musste man ihm lassen: Er blieb konsistent in seinen Belehrungen, einzig der Ton, den er traf, wurde schärfer – vielleicht hatte er sich den Kamillentee mit Rum gestreckt, um dem Pöbel ordentlich entgegenzutreten.

Irgendwann wurde ich müde und habe dann nichts mehr von ihm gehört. Wie es ihm wohl geht? Hat er jetzt eine Klasse in einer Brennpunktschule? Hat er seine Designerstücke mit „Geschichte" verkauft? Wie weit ist er im Arabischkurs? Fragen über Fragen, aber auch beim Verkaufen kommen einem so manche Sachen unter.

Wie waren eure Erfahrungen mit Willhaben? Wollt ihr die Erfahrungen beim Verkauf lesen? Dann schreibt mir einfach an simon@simonsblog.at und abonniert meinen Newsletter, damit ich über kurz oder lang nicht mehr diese Videos auf WhatsApp oder Instagram posten muss.

Edit: Meine Frau meint mal wieder, ich soll auf Folgendes hinweisen: In dieser Geschichte sind keine Dinge gegen den Willen meiner Frau gekauft oder verkauft worden. Meiner Frau ist es wichtig zu sagen, dass sie bei jedem Kauf involviert war und sich freut, wie wir gemeinsam die Wohnung umgestaltet haben und gemeinsam das Gefühl hatten, die Wohnung neu zu gestalten.

26. August 2026

Mein Guilty Pleasure

Vierter Blogpost: Warum ich heimlich Andreas Gabalier und Rammstein höre, was ein Musical-Workshop mit 46 Frauen und 4 Männern damit zu tun hat, und wieso am Ende doch nur einer schuld ist, dass ich mich schlecht fühle – ich selbst. 😅

Nun freu dich, uns beide trennt nur noch ein winziges Stück, sprach der Graf im Musical Tanz der Vampire zu seiner vermeintlichen Beute Sarah. Woher ich das weiß? Naja, mein Guilty Pleasure lautet Musicals. Und guilty fühle ich mich deswegen, weil es mir auf der einen Seite gefällt und auf der anderen Seite irgendwie unangenehm ist, ein Musical-Fan zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass es nicht männlich genug ist. Oder weil die meisten Fans eher Frauen sind – woher ich das weiß? Ich war bei einem Musical-Workshop der Vereinigten Bühnen Wien und von den 50 Teilnehmern waren nur 4 männlich gelesen; in dem Fall wäre es sogar richtiger, von Teilnehmerinnen zu sprechen, aber gut, aus Gründen der Lesbarkeit und weil sich hier sowieso alles um mich und nur um mich dreht, gendere ich nicht, weil ich nicht das Gefühl habe, dass dadurch eine Frau besser bezahlt wird oder es ihr grundsätzlich besser geht – aber warum rechtfertige ich mich eigentlich …

Nun gut, wir waren bei meinem Guilty Pleasure, und das trifft bei so Sachen auf wie Musicals oder auch bei Vertretern der Schlagermusik: Helene Fischer, Andreas Gabalier, Freiwild, Rammstein, you name it. Irgendwas in mir sagt mir, das sind die verbotenen Früchte, von denen du nicht essen darfst, gleichzeitig weiß ich, dass die verbotenen Früchte süßer sind als die, die ich essen darf. So sitze ich dann und höre heimlich Rammstein und Andreas Gabalier, und das ist ganz komisch, weil auf der einen Seite ist mir die Meinung zur Musik der Anderen vollkommen egal, gleichzeitig hasse ich mich dafür, dass das Lied Hulapalu von Andreas Gabalier meinen Kopf nicht wieder verlässt und wie ein Wurm durch mein Gehirn frisst. Warum ist das so?

Andreas Gabalier ist einer der erfolgreichsten Musiker in Österreich, er füllt Stadien mehrfach. Die Menschen auf den Konzerten sind davon begeistert, die Stimmung dort muss mega sein, dennoch wurde Andreas Gabalier irgendwann zum Abschuss freigegeben und quasi Freiwild. Da ist es wieder: die anderen sind schuld, dass ich mich so fühle. Der Böhmermann hat herausgefunden, dass Gabalier geheime Nazi-Codes verwendet, und seither habe ich beim Hören dessen einfach ein schlechtes Gewissen. Bei Rammstein ist es genau dasselbe, da war es dann der Spiegel, aber wurst – mein Gefühl dazu ist dann dasselbe.

Aber wie bekomme ich nun die anderen dazu, dass ich entspannt die Musik hören kann und mich dabei nicht schlecht fühle? Wie bekomme ich den Spiegel dazu, seine Klappe zu halten? Richtig, ich storniere mein Abo und schreibe ihnen eine Mail, warum ich das Abo storniere, weil sie mein Rammstein verunglimpft haben. Wäre eine super Idee, wenn ich ein Abo vom Spiegel hätte. Hab ich aber nicht. Auch Böhmermann hab ich nicht abonniert. Wie bekomme ich die nun dazu, ihre Klappe zu halten und mich in Ruhe meine Musik hören zu lassen? Richtig, die Antwort lautet: gar nicht. Es ist deren Meinung, und nur ich kann entscheiden, wie wichtig ich diese Meinung nehme, und nur ich habe das für mich zu entscheiden, was in meinem Leben wichtig und vor allem richtig ist. Natürlich gibt es Gesetze, an die ich mich halten muss, aber im Grunde genommen liegt das Problem bei mir.

Im ersten Augenblick ist das eine ziemliche Scheiß-Erkenntnis, weil mir klar wird, dass ich mir selbst die ganze Zeit im Weg stand. Auf der anderen Seite ist die Erkenntnis super, weil ICH mir die ganze Zeit im Weg gestanden bin, und hey, ich habe zwar nicht viel Macht, aber darüber habe ich Macht: mir zu sagen, einen Schritt zur Seite zu gehen und mich mal machen zu lassen. Doch bin ich der einzige, dem es so geht? Manchmal sehe ich in Menschen, denen es auch so geht, allerdings fehlt denen noch die Einsicht, dass sie selbst verantwortlich sind bzw. sich im Weg stehen.

Ach so, nur kurz zur Info, falls du in deiner Umgebung jemanden hast, dem du das bescheinigen würdest: mach diesen auf gar keinen Fall darauf aufmerksam, dass er die Verantwortung für seine Situation trägt. Kommt nicht so gut an, ich spreche da aus Erfahrung. Also wenn früher zu mir jemand gekommen ist und gesagt hat, ich sei verantwortlich für mein Übergewicht – na, da war was los. Auch da weiß ich heute, wohlgemerkt, dass dem wirklich so war, und auch dort bin ich einen Schritt zur Seite getreten und habe mein Leben umgestellt, bzw. meine Ernährung. Das heißt aber nicht, dass ich mit diesen Menschen, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, noch Kontakt habe …

Aber gut, das Thema heißt abgrenzen und schön brav Schritt für Schritt schauen, was ich machen kann, um etwas zu ändern, und das kann man in allen Bereichen anwenden, ob im Beruf oder privat, ganz egal. Manchmal hilft auch Geduld und Fleiß, um etwas Schönes ins Laufen zu bringen. So auch hier: die erste Kurzgeschichte wurde bereits veröffentlicht, und ihr könnt sie gerne hier lesen. Gerne würde ich mich über eine Anmeldung zum Newsletter freuen. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, dann könnt ihr mir gerne schreiben: simon@simonsblog.at

Und wie war das bei dir? Musstest du schon mal was Grundlegendes ändern – Ernährung, Job, Beziehung, Denkmuster? Was war der Auslöser? Wie hast du den ersten Schritt gemacht? Und wie hast du dran geblieben, als es schwer wurde? Schreib mir gerne: simon@simonsblog.at – ich lese alles, und manchmal entstehen daraus die besten nächsten Blogposts.

23. August 2026

Pauls Theater

Dritter Blogpost, diesmal mit Vorwarnung: Warum ich Angst habe, überhaupt zu veröffentlichen, ein Udo-Jürgens-Zitat als Mutmacher, und mittendrin eine Satire über eine vierte Theater-Toilette, absurde Filmförderung und die Frage, wer heute noch Mitgefühl verdient. Außerdem: mein Fazit zu Claude, ein Dank an Grok, und meine Frau, die mal wieder recht behalten könnte.

Und immer, immer wieder geht die Sonne auf…

Frei nach Udo Jürgens :-)

Was steht heute so an. Es ist Sonntag, und ich habe mich damit auseinandergesetzt, ob ich eine Idee für einen Sketch umsetzen soll und wenn ja, wie – da ich ehrlich gesagt Angst davor habe, das Thema anzusprechen, weil ich noch nicht so weit wie Ulf Poschardt bin, der in einem Podcast gesagt hat, dass es ihm scheißegal ist, was die anderen sagen. Da hat er recht, allerdings finde ich auch, dass mit voller Hose gut stinken ist. Ich habe einen Arbeitgeber, bei dem ich nicht weiß, wie resilient er ist, was das Veröffentlichen kontroverser Geschichten anbelangt. Aber gut, ich musste mit diesem Blog auch lernen, dass man langsam wächst und dass erstmal gar nichts passiert – also kein Canceln, keine Anrufe bei meinem Arbeitgeber, die wütend verlangen, mich zu kündigen. Na gut, das sind die kleinen Nebenschauplätze in meinem Gehirn, die mich selber zensieren, um nicht anzuecken.

Doch hier ist genau der Punkt: Mein Verständnis von Künstler und Kunst ist ein ganz anderes. Künstler sind die Chirurgen der Gesellschaft, die am offenen Herzen operieren, um den Patienten zu retten, um Probleme ans Licht zu holen, die unter der Oberfläche brodeln und zu Störungen führen. Deswegen liebe ich die Arbeit von Jonathan Meese, einer, der es verstanden hat, die Wunden unserer Zeit oder der Vergangenheit offenzulegen. Unsere Zeit ist geprägt von einer subtilen, aber doch sehr konsequenten Zensur. Es fing damit an, dass man „das" nicht mehr sagen durfte, dann verlagerte sich diese Zensur von außen und internalisierte sich. Also so, wie ich oben beschrieben habe, dass ich mich nicht traue, diese Idee auszuformulieren und zu veröffentlichen.

Doch ich sitze nun auch hier und feuere mich innerlich an, es zu tun, weil es eh keiner lesen wird, und die, die es lesen, finden es eh schon scheiße, dass sie es ignorieren werden.

Naja, das führt nun zu anderen Konflikten, aber es muss raus. Ihr merkt, das wird heute eine schwere Geburt. Vielleicht schreibe ich einfach wirklich so viel, da ich hoffe, dass die meisten meiner Leser gar nicht so weit kommen, da sie sich von dem Udo-Jürgens-Zitat haben abschrecken lassen.

Um die großen deutschen Musiker weiter zu bemühen: „Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit."

Die Geschichte, die mir im Kopf rumgeistert und mich nicht mehr so richtig loslässt, ist die von Pauls Theater – die findet ihr auf jeden Fall hier.

Zuerst wollte ich sie hier in den Blogpost einfügen, doch das fühlte sich nicht richtig an, fast wie reingepresst – und ich habe ja nicht ohne Grund eine extra Rubrik, in der meine Kurzgeschichten Platz haben.

Zurück zum Thema Kunst: In meinem Verständnis ist eine Gesellschaft ohne funktionierende Kunst nicht lebensfähig. Die „Künstler" haben sich viel zu abhängig gemacht von Subventionen, die es nur dann gibt, wenn eine frustrierte Mittzwanzigerin darüber entscheidet, ob diese „Kunst" förderungswürdig ist oder nicht. In dem Moment, in dem die vermeintliche Kunst diesen Gatekeeper durchschritten hat, hat sie den Raum der Kunst verlassen und den der Propaganda betreten. Wenn also die frustrierte Mittzwanzigerin mit einem viel zu kurzen Pony, grün-blau schimmernden Haaren, einem Nasenpiercing, weißen Sportsocken und Fake-Birkenstock-Sandalen den Daumen nach oben gibt, dann heißt das, dass man keine Kunst, sondern Propaganda macht – und man sollte sich dann auch nicht darüber wundern, wenn das Ergebnis niemand sehen, hören oder erleben will.

Ich habe damit zwei Probleme. Das eine liegt auf der Hand: Meine Kunst ist an der Gatekeeperin gescheitert, und mein Drehbuch im Stil von „Monsieur Claude und seine Töchter" ist nicht „modern" genug – auch wenn es das lustigste Treatment ist, das sie seit langem gelesen hat, wird sich dafür im deutschsprachigen Raum niemand finden, der es finanziert, weil es dafür keine Förderungen gibt. Das zweite Problem – stimmt, ich habe kein zweites Problem, das erste reicht.

Doch die, die dieses System feiern, sollten bedenken: Zurzeit sitzen ihre Günstlinge an den Hebeln. Sollte das mal nicht mehr so sein, wird sich das Blatt wenden, und dann müssen auch sie sich, so wie ich, mit Claude rumschlagen und einen Blog auf die Beine stellen, um sich einem Publikum zu öffnen. Versteht mich nicht falsch: Ich war zutiefst getroffen und traurig, als ich diese Nachricht erhalten habe, doch ich habe mich entschieden, diese vermeintliche Niederlage für mich zu nutzen und meine PS nun anders auf die Straße zu bringen. Also, wie schon vorher: Ein Misserfolg wird dazu genutzt, mehr zu trainieren, um dabei immer fitter zu werden. Mein Plädoyer an euch: Lasst euch nicht unterkriegen, egal an welcher Stelle und an welchem Projekt ihr gerade scheitert. Scheitern ist geil, weil es uns zwingt, härter zu hustlen – und härter zu hustlen heißt bessere Ergebnisse und geileren Applaus, den man dann trotz Impostor-Syndrom besser genießen kann.

Eine kurze Bitte hätte ich noch: Könntet ihr so lieb sein und euch für den Newsletter anmelden? Der Link ist weiter unten auf der Homepage, ich habe ihn extra so gestaltet, um eure Leseerfahrung nicht zu stören.

Also, danke fürs Lesen ;-)
Tschüssli Müsli, euer Simon

Edit: In der Welt von Harry Potter gibt es den Patronus-Zauber, der einen mithilfe schöner Gedanken vor Bösem schützt. Hier kommt nun meiner: Zum Zeitpunkt, als die satirische Geschichte geschrieben wurde, war der Autor noch schwerbehindert. Er war noch schwerbehindert, weil der Bescheid, der ihm die Behinderung aberkennt, noch nicht rechtskräftig war. Patronus-Zauber Ende ;-)

Edit 2: Ein großes Dankeschön geht an Grok und Elon Musk – ohne ihn würde es diesen Text nur mit ganz vielen Rechtschreibfehlern geben. Danke. Claude, für den ich übrigens 22 Euro im Monat zahle, hat sich wieder mal geweigert, meine Story zu bearbeiten.

Edit 3: Meine Frau hat Bedenken angemeldet und mich gebeten, dass ich extra erwähne, dass es sich hier um eine satirische Geschichte handelt, die überspitzt eine Kritik an „Zensur", „Fördermechanismen" und übergriffigen Behörden darstellt. Meine Frau hat mit dieser Geschichte nichts zu tun, sie fand sie nicht lustig. Ich musste das schreiben, obwohl ich sie besänftigt hatte, dass das eh keiner lesen würde … Wie wir sehen, funktioniert Zensur super…

17. August 2026

Der Infinity-Money-Glitch

Zweiter Blogpost: Kein-Pardon-Zitate, ein Instagram-Video, das fast meine Kreditkartendaten kassiert hätte, KI-„Freundinnen" fürs virtuelle Bordell, ein Hermes-Agent, der schlicht nichts transkribiert – und eine steile These zu beigen Büchern als Regal-Deko. Fazit: Geld ist Energie, und meine ist gerade komplett für HTML draufgegangen. 😄

Hallo Hallo Hallo,

jeder, der den Film „Kein Pardon" kennt, weiß, wie diese Begrüßung auszusprechen ist. Für all die anderen, die dieses Meisterwerk mit Hape Kerkeling nicht kennen: Es ist Herr Lottmann – ja, das schreibt man wirklich so. Peinlich, ich habe immer geglaubt, dass es „Lohmann" heißt. Naja, Agathe Bauer lässt grüßen. Nun gut, zurück zur Geschichte: Herr Lottmann begrüßt Herrn Pölzmann, und um die Begrüßung humoristisch auf die Spitze zu treiben, soll Herr Lottmann – gespielt von dem großartigen Dirk Bach – vom Schrank springen. Der Sketch wird dann aber gecancelt, weil er sich dabei den Fuß bricht.

Wofür soll diese Geschichte denn heute stehen? Ich bin, so wie die meisten von euch, auch auf Instagram unterwegs, und dort werden mir Videos vorgeschlagen, wie man nebenberuflich Geld verdienen kann – und das ganz ohne Aufwand bzw. Arbeit. Alles macht die KI. Meine Frau hat mir ein Video geschickt, in dem man einfach die Thumbnails eines YouTube-Kanals kopiert, anschließend diesen Screenshot – wohlgemerkt – auf einer Homepage hochlädt, um dann mit dem richtigen Prompt aus Claude Videos zu erstellen. Diese sollen dann 11.467 Dollar pro Monat einbringen. Ich war so begeistert – wohl eher geblendet –, dass ich Claude den Link des Videos geschickt habe, um dann schmerzlich zu erfahren, dass die KI, die für mich arbeiten soll, keinen Zugriff auf Inhalte von Instagram hat. Also musste ich das Video transkribieren, also Wort für Wort abtippen, um die KI damit zu füttern.

Ergebnis war: 15 Minuten meines Lebens sind nun weg, nur um herauszufinden, dass die Homepage, die die Videos erstellen soll, wohl die Kreditkartendaten abgreift. Cool, wieder was gelernt.

Die Spitze dieser Videos war allerdings das heutige: Zwei Dudes sitzen nebeneinander auf einer Couch und prahlen damit, was ihre KI-Freundin kostet. Der eine zahlt für seine Freundin im Monat 3.800 Euro, der andere 5.750 Euro – allerdings nicht für eine KI-Freundin, sondern er hat gleich 17 Stück. Blenden wir mal das Offensichtliche aus: Wieso soll ich für eine KI-Freundin monatlich Geld ausgeben, was soll die können, dass ich dafür 3.800 Euro im Monat bezahle? Die Antwort lautet: Diese KI-„Freundinnen" gehen auf den elektronischen Strich! Woher ich das weiß? Das Video ging noch weiter…

Der mit der einen „KI-Freundin" prahlt, dass sie ihm 5.800 Euro im Monat bringt, worauf der andere entgegnet, dass seine „17 KI-Freundinnen" ihm 64.580 Euro pro Monat bringen würden – und wenn ich wissen will, wie das geht, dann soll ich „Kontext" in die Kommentare schreiben und bekomme die Gratisanleitung für mein eigenes KI-Bordell.

Was ist denn da passiert? Am Sonntag konnte ich bei Claude meine Geschichte nicht korrigieren lassen, weil er das nicht unterstützt und Satire irgendwie gar nicht mag – auf der anderen Seite soll Claude mir den Prompt für 17 KI-Prostituierte schreiben, die für mich auf den elektronischen Strich gehen sollen?

Ja, geil, und ich sitze hier mit meinem Hermes-Agenten, der nicht mal Sprachnachrichten richtig transkribieren kann – obwohl er das eigentlich können sollte, da ich ihm das mit einem eigenen Skill beigebracht habe. Dafür habe ich vier Stunden gebraucht, obwohl das Video gesagt hat, dass es nur ein paar Klicks braucht.

Tja, ich stelle mir das wirklich schrecklich vor, so ein Online-Bordell zu betreiben, zumal diese Herren davon gesprochen haben, dass es dezidiert Freundinnen seien, die da für sie anschaffen gehen. Natürlich verkaufen die keine Online-Bordelle, sondern leben davon, Leuten den Traum vom schnellen und leicht verdienten Geld zu verkaufen, um ihnen dann bei Misserfolg ein Coaching anzubieten, bei dem diese Menschen lernen, dass es allein ihr Mindset ist, das zu diesem Misserfolg führt.

Zum Teil haben sie recht, es ist eine Mindsetsache, warum jemand mit dieser Idee scheitert. Wie komme ich auf die Idee, mit einem Bot, in dem keine Energie steckt, Geld zu verdienen?

Für mich ist Geld Energie, also das Tauschmittel für meine Energie. Ich arbeite 175 Stunden im Monat und wende dafür meine Energie auf, um dann am Ende gut bezahlt zu werden. Wieso sollte dieses Prinzip im Internet, auf Instagram oder YouTube, anders funktionieren? Jemand, der mit diesen Formaten Geld verdient, hat meistens auch Blut, Schweiß und Tränen in seine Videos oder Shorts investiert – das ist auch Energie, die dann mit Geld vergütet wird. Wenn ich also zusätzlich Geld verdienen will, dann muss ich etwas investieren, sei es Zeit, Mühe oder meine Aufmerksamkeit – also die drei wichtigsten und teuersten Güter, die ich neben meiner Gesundheit habe. Die logische Konsequenz ist dann, dass Energie zurückkommt – ob das in Form von Geld ist, ist eine andere Sache.

Ich habe mich zwar darüber aufgeregt, dass der Hermes-Agent nicht funktioniert hat oder dass Claude sich weigert, meine Texte zu bearbeiten, allerdings war ich auch etwas dankbar, weil ich mich dadurch mehr damit auseinandersetzen musste. Ich weiß jetzt, wie HTML grundlegend aufgebaut ist – das weiß ich nur, weil ich die von Grok verbesserte Story immer wieder in meine Homepage schmuggeln musste, und das ging nur, weil ich das dann manuell machen musste. Der Hermes-Agent hat sich auch tagelang nicht mit dem Telegram-Bot verbunden – nun weiß ich tausendmal mehr, als ich wissen würde, wenn es auf Anhieb funktioniert hätte. Auch bei diesem Blog weiß ich gar nicht so wirklich, wo die Reise hingehen soll – es ist auch egal, weil ich sie mit euch teilen will: mein Scheitern, meine Erfolge. Ich will euch mit in meine Abenteuer nehmen.

Keine Sorge, ich habe auch dank Instagram erfahren, wie man mit Büchern Geld verdient – es hat nichts mit KI zu tun. Und zwar so: Menschen kaufen sich Bücher hauptsächlich nach Farbe, also nach der Farbe des Einbands, damit sie einen einheitlichen Look in ihrem Regal haben. Ein Zeichen unserer Zeit, dass es nicht wichtig ist, was drinnensteht. Dabei habe ich doch gelernt, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband bewertet – wie die Dinge sich wandeln. Zurück zum Infinity-Money-Glitch: Besonders beige Bücher sind gefragt, also leere, beige eingebundene Bücher. Um diese dann für den Nicht-Leser so attraktiv wie möglich zu machen, verkauft man sie als Poesiealbum im Taschenbuchformat. Also: Wer nicht liest, soll dann eben selber schreiben. Nice try, Internet.

Das ist nun das Tagebuch meiner Reise. Was erlebt ihr so? Habt ihr Fragen oder Wünsche, schreibt mir einfach an simon@simonsblog.at, und tragt euch in den Newsletter ein, wenn ihr keinen Reisetag verpassen wollt. Ciao Kakao, euer Simon

16. August 2026

Der erste Schritt

Erster Blogpost, sofort volles Programm: Perfektionismus geknackt ✅, Rechtschreibung outgesourct an die KI ✅, eine Sketch-Idee mit fetten Kindern und Manner-Schnitten, die für ordentlich Zündstoff gesorgt hat 💥 – Claude hat auf stur geschaltet, meine Frau hat Schnappatmung wegen Kontaktschuld bekommen, und Grok hat den Rest gerettet. Aber hey: Kunst ist frei! 😄

Guten Morgen,

heute ist es soweit, mein erster Blogeintrag. Ich habe es getan: Der Perfektionist hat sich über seine Perfektionismussperre hinweggesetzt und schreibt einen unperfekten Blogeintrag. Eigentlich ganz schön. Ich stehe vor ein paar Herausforderungen, und bisher habe ich geglaubt, die Dinge immer alleine anzugehen und alleine zu stemmen – aber naja, die Zeit ist vorbei.

Eine meiner Herausforderungen ist Rechtschreibung. Das war schon immer so, sowohl in der Volksschule als auch durch meine gesamte Schulzeit, und auch durch mein Berufsleben hat sich das Thema durchgezogen. Jede E-Mail war eine Herausforderung, es gab sogar mal Kollegen, die den Wert eines Menschen daran gemessen haben, wie fehlerfrei eine E-Mail war. Ich war eigentlich immer damit beschäftigt, Sachen lustig und angenehm zu schreiben – für Punkt und Komma sollten sich andere bemühen, war mir immer scheißegal.

Als ich die Schule frisch beendet hatte, habe ich Drehbücher geschrieben, für eine TV-Sendung bei ATV. Die haben die Redaktion dort so begeistert, dass mein Kontakt dort jedes Mal, nachdem ich eine neue Version eingeschickt hatte, eine halbe Stunde damit verbracht hat, die Rechtschreibung und die Zeichensetzung zu kontrollieren.

Irgendwann habe ich jeden meiner Texte in den Duden hochgeladen, dort wurde die Rechtschreibung dann überprüft. Bei der Zeichensetzung hatte das Programm allerdings Schwachstellen – beziehungsweise war meine Rechtschreibung so beyond, dass sogar der Duden aufgegeben hat.

Naja, man soll durch seine Schwächen wachsen und die Angst überwinden, heißt es immer in den schlauen Podcasts und Selbsthilferatgebern im Internet. Und hier bin ich, unperfekt und voller Rechtschreibfehler – keine Sorge, der Grund, warum ihr hier keinen findet, ist, dass ich jeden Text jetzt durch eine KI laufen lasse. Die macht dann die richtige Zeichensetzung und schaut, ob man Sachen klein oder groß schreibt.

Allerdings komme ich hier an ganz andere Grenzen: Wenn der Duden noch zaghaft war bei der Zeichensetzung, war ihm der Inhalt meiner Texte oder E-Mails herzlich wurst. Das ist nun anders, ich habe ein Abo bei Claude.ai – eigentlich ganz toll, es hat mir geholfen, meine Homepage zu erstellen, und es hat mir bei meinem KI-Agenten Hermes geholfen, nachdem das Aufsetzen dann doch nicht so einfach war wie in den YouTube-Tutorials beschrieben. Ich habe tatsächlich vier Tage gebraucht, um diesen Agenten zum Laufen zu bringen, um dann herauszufinden, dass ich gar nicht weiß, wofür ich ihn eigentlich verwenden soll. Bei dem Hermes-Ding geht es wohl mehr um meinen Spieltrieb als darum, ein großes Business damit aufzubauen – zumal es auch etwas kosten würde, ihn so zuverlässig aufzubauen, dass er auch für mich arbeiten gehen könnte. Aber nun ja, wie ihr merkt, springe ich auch ein wenig hin und her zwischen den Themen, bitte verzeiht.

Wo war ich? Ach ja, genau, bei der KI. Ich schreibe diesen Blog, und gleichzeitig möchte ich meine Ideen für Kurzgeschichten auf dieser Homepage hochladen.

Gestern war ich mit meiner Frau und meiner dreijährigen Tochter im Zoo. Eigentlich ein schöner Trip, es war heiß, die Tiere munter, und es war aufgrund der Hitze nicht so voll. Alles „knorke", wie der Berliner sagen würde. Aber eine Sache ist mir ins Auge gestochen: Es waren sehr viele fette Kinder dort. Also so richtige Fettie-BumBums – wenn ich fett sage, dann meine ich Kinder, die nicht gerade gehen, sondern von links nach rechts pendeln, wenn sie sich vorwärtsbewegen. Meistens sogar mit irgendeinem Süßkram in der Hand.

Nachdem ich selber lange Zeit ein Fettie-Bobettie war, bzw. teilweise noch immer bin, weiß ich, wie schwer es ist, aus so einer Teufelsspirale auszubrechen – zumal ich das Glück hatte, bis zu meiner Pubertät ein schlankes Kind zu sein. Diese Kinder waren drei und vier und vollkommen außer Kontrolle… Diesen Gedanken lasse ich mal so stehen – vielleicht wird daraus ja noch ein eigener Post.

Sorry für das lange Ausholen, da kam mir eine Geschichte in den Sinn und nachdem ich gerade einen Roman schreibe, wo das nicht reinpasst, wäre das eine gute Sketch-Idee.

Die Idee zu einem TV-Sketch lautet „Der Kindesentführer", es soll darum gehen, dass ein Mann fette Kinder entführt und diese 7 Monate gut ernährt und Sport mit ihnen macht und sie anschließend wieder frei lässt. Ich finde, Felix Lobrecht wäre mit seiner ruhigen und gelassenen Art und dem trockenen Humor der Richtige für diese Hauptbesetzung. Aber ja, nun kommt mein Dilemma. Die KI weigert sich, die Rechtschreibung zu kontrollieren. Claude will nichts mit diesem Projekt zu tun haben. Wie eine kleine Zicke rümpft es die Nase über meinen künstlerischen Erguss, verschränkt dabei die Arme und sagt: „Nö, mach ich nicht, deinen Scheiß kannst du alleine korrigieren, ich bin ganz sicher kein Mittäter, wenn du Kinder entführst, um sie körperlich wieder fit zu machen."

Was soll ich jetzt machen? Grok fragen? Da habe ich Angst, dass der heimlich schon das Camp im Wald baut, anstatt meine Rechtschreibung zu kontrollieren. Abgesehen davon, dass mir bei der Idee die Pointe fehlt und mir die Rechtschreibung zum Verhängnis werden könnte. Es ist fraglich, ob das irgendwer wirklich ablichtet, aber die Kunst und Gedanken sind ja bekanntlich frei. Die Pointe könnte sein, dass die Polizei irgendwann nicht mehr nach dem Entführer sucht, sondern selber nach fetten Kindern ausschau hällt, oder die Eltern achten auf das Gewicht ihrer Kinder, damit sie nicht entführt werden. Aber der Prozess ist, wie ihr seht, nicht abgeschlossen.

EDIT 2: Nachdem meine geliebte Frau nun Bedenken angemeldet hat und Angst vor Kontaktschuld hat, bzw. darauf hinweisen möchte, dass man mich falsch versteht: Ich will keine Kinder entführen und niemanden dazu aufrufen, gegen das Gesetz zu verstoßen. Ich will aufzeigen, dass es immer eine scheiß Idee ist, einem Kind eine ganze Packung Manner-Schnitten in die Hand zu drücken, damit es ruhig ist. Eine ganze Packung, das hat fast fünfhundert Kalorien – wer immer meint, dass das eine gute Idee ist: nein, ist es nicht. Und ich sage das, obwohl ich eine Manner-Aktie halte, also Miteigentümer bin... Wieso muss ich eigentlich Kunst erklären?!?!

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📖 Kurzgeschichten

Ideen, die mir unterwegs zufliegen und die zu schade sind, um sie liegen zu lassen – mal kurz, mal kürzer, immer zu Ende gedacht.

Pauls Theater

Ein Berliner Theaterbesitzer soll eine vierte Toilette bauen – fürs „dritte Geschlecht“. Kein Geld, keine Förderung. Die Rettung: ein Oscar-Bait-Film über eine kleinwüchsige schwarze französische Jüdin im Zweiten Weltkrieg. Was schiefgehen kann, geht schief – und rettet am Ende doch das Theater.

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